Saturn Uranus Quadrat – das Jahresthema 2021 und zehn gesellschafts- politische Themen, in denen es sich zeigt

Vor wenigen Tagen habe ich den Baum vor meinem Fenster gegossen, neben dem ein Porsche SUV parkte. Hallo 2021, du crazy Übergangsrampe! Die erste Hälfte des Jahres neigt sich dem Ende zu. Halbzeit. Anstrengend as fuck. Aber immerhin Sommer. Allerdings erneut ein Sommer mit Temperaturen, die für ein mulmiges Bauchgefühl sorgen. Trubel im Außen, Müdigkeit im Innen.

Ich hänge ja viel auf Twitter rum und finde es immer wieder erstaunlich, wie astrein der astrologische Übergang vom Erdzeitalter zum Luftzeitalter sich derzeit im Wahlkampf zeigt.

Das große astrologische Jahresthema 2021 sind drei Saturn Uranus Quadrate. Das erste wurde am 12. Februar exakt, das zweite kürzlich am 15. Juni und last but not least werden Saturn und Uranus dann am 24. Dezember noch ein letztes Mal diesen Spannungsaspekt bilden.

Aber um zu verstehen, worum es hierbei wirklich geht, müssen wir zurückspulen in den Januar 2020. Denn damals ereignete sich die fette Saturn Pluto Konjunktion im Steinbock. (Ja, ziemlich zeitgleich zu dem Covid Ausbruch in Wuhan). Damals hat Pluto aka der Transformator die alte Ordnung wie ein Nussknacker aufgeknackt. Pluto geht dahin, wo es ungemütlich ist und wehtut. Und nachdem die alte Ordnung erstmal aufgebrochen war, wurde in den darauf folgenden Monaten plötzlich noch viel stärker sichtbar, welche Ungerechtigkeiten und Sauereien von dem alten System all’ die Jahre gedeckelt wurden.

Der ganze Spaß ereignete sich im Steinbock, einem eher starren Zeichen, das auch für den Staat, Regeln und Reglementierungen, Disziplin und Ordnung steht. Und ohne Menschen mit einem steinbock-lastigen Radix nun zu nahe treten zu wollen, könnte man die Themen des Steinbocks schon als eher spaßbefreit zusammenfassen.

Gegen Ende des Jahres, genau genommen pünktlich zur Wintersonnenwende, wanderten Saturn und Jupiter dann mehr oder weniger Hand in Hand vom Steinbock in den Wassermann, was von den meisten Astrolog:innen als der Stichtag für den Beginn des Luftzeitalters gedeutet wurde. Denn während es im Steinbock sehr erdig zugeht, haben wir es im Wassermann mit sehr viel Luft zu tun. Warum ich an dieser Stelle zurück in 2020 springe und so weit aushole? Die Saturn Uranus Quadrate in diesem Jahr sind von den Cosmic Vibes her durchaus mit dem 2020er Struggle vergleichbar, denn Saturn ist der Herrscher des Steinbocks, während Uranus über den Wassermann herrscht.

Es geht bei diesen drei Quadraten in 2021 also um den Kampf “Alt gegen Neu”. Und weil das astrologisch alles immer sehr kompliziert und nerdy klingt, möchte ich diesen Spannungsaspekt zwischen Saturn und Uranus einfach mal an 10 handfesten Beispielen festmachen, mit denen wir gesellschaftspolitisch in den vergangenen Wochen und Monaten zu tun hatten.

Saturn steht also für die “alte Zeit”, die Zeit “vor Corona”. Und Uranus für die Revolution und das, was kommt. Was aber aktuell noch nicht so richtig  klar und greifbar ist.

Ich habe mal versucht, die Themen in dem folgenden Bild zu visualisieren. Der graue Planet ist Saturn und der grüne Uranus:

Ihr werdet merken, dass die folgenden 10 Punkte sich allesamt immer wieder mal untereinander touchieren. Das liegt daran, dass sie teils große Schnittmengen bilden und sich nicht selten auch gegenseitig bedingen.

1. Klimawandel

Im Saturn geht es konservativ zur Sache. Hier können wir zweifelsohne auch die Union mit ihrem nicht sehr aussagekräftigen Wahlprogramm verorten. Denn bei Saturn steht der Erhalt von Werten und Strukturen über Erneuerung. Also wird rumgeeiert beim Kohleausstieg, festgehalten an innerdeutschen Flügen und zumindest in der öffentlichen Debatte wird auch so getan, als würden nur die anderen den Benzinpreis erhöhen.

Uranus ist allerdings sehr abgefuckt von diesen alten, festgefahrenen Strukturen. Er will Veränderung und zeigt sich beispielsweise in Form der Fridays for Future Bewegung oder in Form von Rezo Videos, die sich (für alte Verhältnisse) scheinbar unkontrolliert über die “neuen Medien” verbreiten.

2. Automobilindustrie

Während einer Pandemie staatliche Hilfen in Anspruch nehmen, Milliardengewinne einfahren und fette Dividenden an die Aktionäre ausschütten? Herzlich Willkommen in der deutschen Automobilindustrie. Das Thema “Auto” und “Benzinpreis” wurde in den vergangenen Wochen ja erschöpfend zu Wahlkampfzwecken “genutzt”.

Und natürlich wissen wir alle, dass Autofahren die Klimakrise nicht besser macht und dass uns langfristig keine spaßigen Szenarien erwarten werden, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Aber genau das will Saturn. Festhalten an alten Regeln und der alten Ordnung. Uranus hingegen steht für Innovation zugunsten des Kollektivs. Also beispielsweise für Wasserstoff-Technologie und alternative Energiequellen.

Fossile Energien

In NRW sollen auch weiterhin Dörfer plattgemacht werden, um Kohle frei zu baggern. Denn die “alten” Jobs müssen “erhalten” werden. Ihr merkt schon, wie das immer gleiche Thema sich in den verschiedenen Punkten wiederholt, oder? Bergbau erhalten? Ein klassisch saturnaler Move.

Uranus würde keinen Wald abholzen, um Kohle zu fördern, denn Uranus steht für das Kollektiv. Gut möglich, dass es in den nächsten Jahren und Jahrzehnten (wenn Uranus erstmal das Ruder übernommen hat) Erfindungen geben wird, von denen wir jetzt noch keinen Schimmer haben.

Fliegen

Armin Laschet findet einen Mallorca Flug, der 70€ kostet, zu teuer. Der doppelte Preis für eine einfache innerdeutsche Bahnfahrt hingegen scheint für ihn kein größeres Problem darzustellen. Auch in Sachen Fliegerei soll bitte alles so bleiben, wie es ist (Saturn). Dabei wissen wir alle, dass wir zukünftig seltener, dafür dann aber vermutlich länger verreisen werden. Dass eine Veränderung (Uranus) nötig sein wird, wenn auch nachfolgende Generationen noch verreisen wollen.

Wäre es wirklich so dramatisch, zukünftig für einen Kurztrip nicht mehr durch Europa zu jetten oder den Junggesell:innenabschied einfach nicht mehr auf einem Kreuzfahrtschiff zu feiern? Ich glaube ja nicht.

Kirche & Patriarchat

Die konservativen Parteien CDU und CSU stützen sich in ihrem Handeln häufig auf christliche Werte und die Kirche (vor allem die katholische) ist ja mehr oder weniger ein Synonym für das Patriarchat. Da verwundern einen auch Bilder wie dieses nicht. Die Kirche ist ein Großkonzern und (direkt nach dem Staat) der zweitgrößte Arbeitgeber Deutschlands. Diese tiefen Hierarchien und Regeln lassen sich Saturn zuordnen und zeigen sich nicht nur in fehlender Diversität, sondern auch in sexistischen, rassistischen und homophoben Forderungen, Haltungen und Abstimmungen im Bundestag.

Ein starker Uranus Moment hingegen war, als Robert Habek zur Seite trat und Annalena Baerbock die Bühne und somit auch die Kanzler:innen Kandidatur überließ. Und ihr ahnt es schon, oder? Die Grünen erschliessen sich derzeit nicht ohne Grund so viele neue Wähler:innen. Denn keine andere Partei verkörpert besser die Themen von Uranus und Wassermann als Bündnis 90 / Die Grünen.

Black lives matter

Wir alle kennen die Haltung konservativer Parteien zu BPoC. Umso erfreulicher ist es, dass nach der großen Saturn Pluto Konjunktion im vergangenen Jahr die Black lives matter Bewegung ihren Anfang nahm. Hier ist zweifelsohne noch viel zu tun, aber aus astrologischer Sicht wird diese Bewegung nicht mehr abebben, denn Uranus feiert die Vielfalt und steht für Freiheit, Gleichheit und Menschlichkeit.

Gendern

Da sitzt im Jahr 2021 ein Friedrich Merz in einer Talkshow des öffentlich rechtlichen Rundfunks und macht sich allen Ernstes im großen Stil zum Affen, indem er übers Gendern herzieht. Ein Thema, mit dem die alten, weißen Herren christdemokratischen Backgrounds sich allgemein hin eher schwer tun (ein klassischer Saturn Move), während es in der jüngeren Generation eine absolute Selbstverständlichkeit ist, dass sich 50% der Weltbevölkerung nicht “mitgemeint” fühlen muss.

Uranus steht für Diversität. Für mehr als zwei Geschlechter. Hier werden “auffällige” Menschen, die optisch aus der Reihe tanzen und auch sonst in keine Schublade passen, nicht mehr im patriarchalen Sinn unterdrückt, sondern eher für ihre Andersartigkeit gefeiert. Individualität ist wichtig im Wassermann, allerdings nicht im egozentrischen Sinn. Denn Menschlichkeit wird hier ebenso groß geschrieben.

Fußball & Homophobie

Ein gesellschaftlich äußerst beliebtes Feld, in dem der Kapitalismus auf Homophobie trifft, ist der Fußball. Das hat sich vergangene Woche ja nochmal ganz besonders deutlich in der Pride Debatte gezeigt. Im Fußball finden wir aber so ziemlich alle Themen des Erdzeitalters. Neben der Dominanz heterosexueller Männer stellt hier ja auch Rassismus ein großes Problem dar. Und wenn man sich mal anschaut, welche Firmen bei der diesjährigen EM Bandenwerbung schalten (chinesische Elektronikkonzerne oder Gazprom), unterstreicht das ja nochmal ziemlich ausdrucksstark die Werte, auf denen der Fußball Kosmos fußt.

Tierverarbeitende Industrie

Covid hat durch diverse größere Ausbrüche schon im vergangenen Jahr mehrfach dafür gesorgt, dass die “tierverarbeitende Industrie” (was für ein widerlicher Begriff btw) in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Da dieser Punkt eine große Schnittmenge mit dem Klimawandel bildet, dürfte der Trend zu pflanzlicher Ernährung sich auch weiterhin verstärken.

Digitalisierung

Wir alle wussten schon vor der Pandemie, wie es um die Digitalisierung hierzulande bestellt ist. Die faxenden Gesundheitsämter haben es nur nochmal überspitzt für die breite Masse in die Sichtbarkeit gebracht. Glasfaser? Fehlanzeige. Selbst in der Hauptstadt. Von ländlicheren Regionen mal ganz zu schweigen. Und dann wurde ja auch der Staatstrojaner von der großen Koalition kurz vor der Sommerpause noch durchgewunken. Zweifelsohne ein saturnales Kontroll-Tool.

Uranus wird in der Zukunft dafür sorgen, dass Zoom Konferenzen nicht mehr einfrieren, dass unser Schulsystem, das Gesundheitswesen und die Verwaltung digitalisiert wird und er wird Lösungen an den Start bringen, die das Faxgerät ablösen.

Zugegeben, diese 10 Punkte lesen sich nun, als sei Saturn ein Synonym für die Union und Uranus für die Grünen. Dem ist natürlich nicht wirklich so, aber die Themen, die beide Parteien aktuell ausspielen, korrespondieren schon verdammt gut mit den Planetenthemen von Saturn und Uranus.

Und da sich das Erdzeitalter in den kommenden Jahren langsam, aber sicher verabschieden wird, wird es keine Frage sein, ob die Grünen irgendwann die/den Kanzler:in stellen, sondern nur, ob es schon in diesem Jahr sein wird. Falls es in diesem Jahr noch nicht reicht, wird das hier der Grund sein. Aber wohin der Weg in den kommenden Jahren aus astrologischer Sicht gehen wird, macht Uranus weiter oben in der Grafik ja ziemlich deutlich.

Bei den drei Saturn Uranus Quadraten, mit denen wir in diesem Jahr zu tun haben, kämpfen also die alten Strukturen gegen die Neuen um die Oberhand. Wie viel und vor allem welche Werte aus dieser alten Zeit gilt es zu sichern und zu bewahren? Denn auch in der Zukunft werden wir eine gewisse Struktur (Saturn) benötigen, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Der Job von Uranus wird es sein, uns mit Innovationen und Erfindungen in Sachen Klimawandel den Arsch zu retten. Aber auch für alle Menschen, die in irgendeiner Form einer Minderheit angehören (und auch für Frauen) dürfte das Luftzeitalter sehr viel bessere Lebensbedingungen bereithalten als die Vergangenheit.

Falls ihr also im aktuellen Wahlkampf immer mal wieder das Gefühl habt, den Glauben an die Menschheit zu verlieren: Das ist nur der rückläufige Saturn, der in der Gestalt alter, weißer (christdemokratischer) Männer um den Machterhalt ringt.

Letzten Endes hat jede:r von uns am 26. September die Möglichkeit, die Zukunft aktiv mit zu gestalten. Lasst es uns nicht verkacken.

Jenny