Eclipse Season, rückläufige Planeten und das große Loslassen

In den letzten Wochen ist es still geworden um mich. Zumindest oberflächlich, also hier auf dem Blog und in den sozialen Medien. Unter der Oberfläche hingegen ist ordentlich was los. Im Titelbild seht ihr die beiden Karten, mit denen das Leben mich zum letzten Vollmond, also der Mondfinsternis und somit zum Start der Eclipse Season konfrontiert hat.

Ein Neu- oder Vollmond, der mit einer Finsternis einhergeht, ist immer um ein vielfaches potenziert. Und er wirkt so +/- 6 Monate nach. Entsprechend groß war also meine Freude, als mir vor 2 Wochen diese beiden Karten um die Ohren flogen.

Heute ist Dunkelmondnacht, also die Nacht vor dem Neumond in den Zwillingen, der gleichzeitig auch eine Sonnenfinsternis darstellt, weil der ganze Spaß sich in Mondknotennähe abspielt. Das ist an sich schon eine ziemlich deepe Grundenergie. Und dann haben on top auch noch Merkur und Saturn den Rückwärtsgang eingelegt.

Bei rückläufigen Planeten richtet sich der Blick immer in die Vergangenheit. Ein rückläufiger Merkur eignet sich zum Beispiel hervorragend dazu, Klarheit in offene Dinge zu bringen oder abzuarbeiten, was liegen geblieben ist. Hierbei haben wir es ganz konkret mit der Zeit vom 30. Mai (00:45) bis 22. Juni (23:46) zu tun. Saturn hingegen ist sehr viel länger rückläufig (bis in den Herbst hinein), was sich für mein Gefühl gerade ganz stark in diesem “back to normal” zeigt.

Denn Saturn steht unter anderem für die alte Ordnung. Und so fallen wir kollektiv gerade nochmal zurück ins Erdzeitalter. Zurück in das „normale” Leben. Kreuzfahrtschiffe stechen in See, Menschen quetschen sich wieder in Billigflieger und der materielle Konsum fährt wieder hoch.

Falls es euch so geht wie mir, passt das Außen gerade nicht zum Innen. Irgendwas daran fühlt sich falsch an. Ich habe mich in den letzten beiden Wochen immer wieder dabei ertappt, sehr enttäuscht zu sein darüber, dass die Gesellschaft augenscheinlich nichts aus dieser Krise gelernt hat und dass alle möglichst schnell wieder so weitermachen wollen wie vorher. Ich habe mich gefragt, wozu es eine Pandemie gebraucht hat, die das alte System aufbricht, wenn “danach” dann doch wieder alles ist wie vorher.

Aber dann habe ich realisiert, dass wir uns noch keineswegs im “danach” befinden, auch wenn uns das gerade unentwegt suggeriert wird. Denn die Pandemie ist ja noch nicht vorbei. Saturn hat (genau wie im letzten Sommer) lediglich wieder mal den Rückwärtsgang eingelegt und wir fallen zurück in alte Muster.

Ist es nicht absurd, wie beispielsweise konservative Parteien sich gerade mit der Genderdebatte an der alten Ordnung festkrallen? Oder wie unfair Parteien, die ernsthaft all’ die Themen angehen wollen, die für die Zukunft relevant sind, derzeit niedergebrüllt werden? Das Erdzeitalter zeigt gerade nochmal seine hässlichste Fratze. Aber das hatte ich ja in dem Artikel “Das Aufbäumen des Erdzeitalters” bereits thematisiert.

Falls ihr (wie ich) zu den Menschen gehört, für die es kein “zurück ins alte Leben” mehr gibt, weil das Alte nicht mehr existiert, dann lasst euch gesagt sein: Ich fühle euch. Es kann sich sehr verloren anfühlen, wenn man selbst mitten in diesem Epochenwandel in einem luftleeren Raum schwebt, während alle anderen wieder ihr altes Leben aufnehmen. Ich habe mich in den vergangenen Wochen nicht nur sehr lost, sondern auch irgendwie abgehängt gefühlt. Obwohl ich gleichzeitig weiss, dass alles genau so seine Richtigkeit und seinen Sinn hat.

Der Kosmos unterstützt uns aktuell im Loslassen, Aufräumen und Ordnung schaffen. Das funktioniert allerdings nur, wenn wir ein Stück weit ausblenden können, dass Politik, Wirtschaft und irgendwie auch ein Großteil der Gesellschaft von uns aktuell das Gegenteil einfordern.

Denn kaum jemand versteht derzeit, warum man freiwillig weiter im Rückzug bleibt, wo doch plötzlich alles wieder geöffnet und erlaubt ist.

“Was zur Hölle stimmt mit Dir nicht, Jenny?”

Falls ihre diese Diskrepanz zwischen Innen und Außen gerade auch so deutlich spürt, seid ihr also nicht alleine. So ein Epochenwandel passiert nicht auf Knopfdruck. Es ist ein laaangsamer Prozess, der mir persönlich sehr viel mehr Geduld abverlangt, als mir zur Verfügung steht.

Aber ich habe vergangene Woche an meinem Briefkasten nach viel zu langer Zeit endlich mal I LOVE SPA gegen Age of Aquarius ausgetauscht. Das war ein großes Ding für mich. Und ich werde mich wohl auch weiterhin in Geduld, im Loslassen und im Aufräumen üben. Call me a freak, aber in vollen Cafés, an überlaufenen Stränden oder im frisch eröffneten Einzelhandel werdet ihr mich auch weiterhin nicht antreffen.

Wer entschlossen ist, kann aus den Cosmic Vibes, die uns gerade zur Verfügung stehen, echt was machen – auch wenn es sich nicht zwingend freudig oder gemütlich anfühlt. Aber lasst uns weiter zusammen das Fundament für eine bessere Zukunft legen! Eine Zukunft, in der sich die Hälfte der Bevölkerung mit dem generischen Maskulinum nicht mehr “mitgemeint” fühlen muss. In der wir keine Menschen im Mittelmeer mehr ertrinken lassen und den Klimawandel nicht länger stur ignorieren. Eine Zukunft mit mehr Gleichheit, mehr Gerechtigkeit und mehr Menschlichkeit, in der Maskendeals und all’ die anderen unsäglichen Hässlichkeiten dieser Zeit Konsequenzen nach sich ziehen.

Ich wünsche euch einen kraftvollen Neumond!

Jenny